Ukraine-Krieg: Deutsche Großhandelspreise steigen um bis zu 70 Prozent

(RT-DE U-LT) Die deutschen Großhändler haben ihre Preise infolge des Krieges in der Ukraine deutlich angehoben. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, stiegen die Abgabepreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 22,6 Prozent. Damit erfährt Deutschland die größte Preissteigerung seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1962. Die Preisentwicklung bei den Großhändlern gilt seit jeher als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da dieser das Bindeglied zwischen Herstellern und Verbrauchern darstellt, die die höheren Kosten letzten Endes zu tragen haben.

Für den hohen Anstieg der Abgabepreise sind insbesondere die Preiserhöhungen bei vielen Rohstoffen und Vorprodukten verantwortlich. “Da die Erhebung zum Stichtag 5. März 2022 erfolgte, dürften in den Ergebnissen auch bereits erste Folgen des Krieges in der Ukraine sichtbar sein”, so die Statistiker der Bundesbehörde. Der größte Anstieg sei demnach bei Mineralölerzeugnissen zu verzeichnen gewesen. Diese kosteten im Großhandel 70,2 Prozent mehr als noch im März.

Ein Ende der Preissteigerungen sei indes nicht in Sicht, mahnte der Großhandelsverband BGA. Grund hierfür seien gestörte Lieferketten infolge des Ukraine-Krieges, die einen Nachschub an Gütern für die bereits jetzt schon ziemlich leeren Lager erschwerten. Neben den Energieversorgern könnten davon zukünftig insbesondere Aluminium-Produzenten und der Lebensmittelhandel betroffen sein. Auch die für die Produktion von Toilettenpapier benötigten Zellstoffe dürften dann knapp werden.