gegen Kriegseinsätze als Normalzustand

Am 13. Oktober 2021 protestierten mehrere hundert Menschen mit einer lautstarken und kraftvollen Demonstration gegen den “Großen Zapfenstreich”. Aus Sicht der Redner und Teilnehmer würden solche Zeremonien einer Militarisierung der Gesellschaft Vorschub leisten und würden Wegbereiter für Kriege sein. Aufgerufen hatte das antimilitaristische Bündnis “Deutschland ist Brandstifter”.

Der Afghanistaneinsatz endete mit einer militärischen und politischen Niederlage der USA und ihrer Verbündeten. Gleichzeitig wurden autokratische und diktatorische Strukturen in Afghanistan und den Nachbarstaaten gestärkt. Nach Aussagen der Organisatoren wurde der Kriegseinsatz von ca. 70% der Bevölkerung abgelehnt

Während am Anfang klischeeartige Redebeiträge geboten wurden, gab es am Ende auch mehr zu hören als die pauschale Verdammung von Deutschland, der Gesellschaft und dem Kapitalismus. Auch die Rolle “linker” Parteien wurde kritisch beleuchtet, denn erst entsprechende Abstimmungsergebnisse im Bundestag ermöglichen Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Während des Demozuges wurde vereinzelt Solidarität mit verurteilten Linksterroristen gefordert, welche an diesem Tag zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurden. Skandiert wurden ebenfalls Slogans des linksextremistischen Milieus und der Antifaszenerie. Es kam zu einzelnen Versuchen die Pressefreiheit zu behindern, welche jedoch rigeros von der Berliner Polizei unterbunden wurden.

Die Redebeiträge gibt es nach der Fotostrecke und einen kleinen Kommentar von mir

Kommentar

Eine pauschale Kritik bzw. Verdammung der Bundeswehr oder bundesdeutschen Gesellschaft wegen der Auslandseinsätze halte ich für verkehrt. Auch weil die BRD bzw. Deutschland in dieser Frage nicht souverän entscheiden kann. Ausschlaggebend für die Beteiligung der Bundeswehr an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen in Europa und am Hindukusch waren Entscheidungen im Pentagon und im Weißen Haus. Die bundesdeutsche Politik führte hier nur Wünsche und Anweisungen aus Washington aus

Soldaten sind immer nur Werkzeug der Politik, doch leider wurden in der Vergangenheit die Politiker der BRD (insbesondere von GRÜNEN, SPD und DIE LINKE) dieser Verantwortung nicht gerecht. Schlecht ausgerüstet und mangelhaft ausgebildet schickten sie die Menschen in Uniform in Kriegseinsätze. Und zu oft will man die Soldaten und ihre Schicksale verstecken.

Antimilitaristen kritisieren gerne die zunehmende Militarisierung und Normalisierung von Auslandseinsätzen, doch was wenn sie selbst mit Teil des Problems sind. Denn Dämonisieren diese nicht zu gerne die Bundeswehr und damit auch die Soldaten. Versteckt man nicht den Preis für Kriegseinsätze, wenn die Soldaten am liebsten verbergen und verstecken würde?

Antimilitaristen kritisieren, dass Kriege in erster Linie aus rein wirtschaftlichen Gründen geführt werden – und haben damit sogar Recht. Erzählt wird den Menschen gerne etwas von “Frieden, Freiheit und Demokratie” welche man damit den Menschen bringen würde. Doch zeigt der Krieg in Afghanistan erneut, dass dem nicht so ist. Denn am Ende ar auch der Afghanistankrieg wie so oft nur ein Geschäft mit Waffen, Elend und Tod an dem einige wenige sehr viel verdienten und andere ihr Leben und ihre Gesundheit ließen.

Die Menschen der Bundeswehr für ihren Einsatz zu ehren bedeutet nicht automatisch eine Militarisierung gut zu heißen – es bedeutet nicht sich über völkerrechtswidrige Angriffskriege zu freuen, bei denen gezielt auch Zivilisten getötet wurden. Es bedeutet in erster Linie den Menschen in Uniform den Respekt zu zeigen, den sie sich verdient haben und sie auch wie Menschen zu behandeln. Und nicht wie ein abgeranztes und verschlissenes Werkzeug zu behandeln, welches man leicht entsorgen kann.

Ihr schreibt und sagt, dass ca. 70% der Bevölkerung den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr abgelehnt haben. In meinen Bekanntenkreis kenne ich niemanden der diesen befürwortet und unterstützt hat. Selbst innerhalb der Bundeswehr und bei den Veteranen ist die Sinnhaftigkeit dieses Einsatzes umstritten gewesen. Doch Afghanistan ist fern und weit. Und das Schicksal der Soldaten bekam oft nur wenig Raum in Politik und Gesellschaft, auch dank euch Antimilitaristen. Denn auch ihr leistet euren Beitrag um zu verbergen was zum Preis eines Krieges am Ende gehört – das Blut, die Eingeweide und das Leben der Söhne und Töchter eines Volkes. Der Preis sind die Ehemänner und Väter die traumatisiert und versehrt nach Hause zurückkehren.

Der Einsatz der Armee hat immer nur Ausnahme und Sonderfall zu sein -und sollte niemals der Normalfall sein. Und an diesen Grundsatz Politiker und auch die Gesellschaft zu erinnern ist wichtig und ehrenhaft – denn niemals sollte man vergessen am Ende sind es Menschen um die es geht. und genauso ist es ehrenwert und auch Verpflichtung einer Gesellschaft diese Menschen zu ehren.

Und ein kleiner Tip – Hammer und Sichel mag für vieles stehen, aber definitiv setzt man damit kein Zeichen gegen Militarismus. Denn die “kommunistischen” Staaten waren und sind sehr militaristisch. Und die sozialistischen Armeen waren immer Teil der Gesellschaft und dies wurde auch bereits im Kindergarten den Kleinsten so erklärt. Wer in diesen Staaten und Gesellschaften sich gegen Militarisierung und Armee aussprach, durfte sehr schnell die Bekanntschaft mit den Repressionsmethoden dieser Gesellschaft machen und verschwand oft für Monate und Jahre im Gefängnis oder in Arbeitslagern.

Redebeiträge

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