Polizeigroßeinsatz gegen Trost und Stärkung

Am 15. August 2021 fand auf dem Gendarmenmark eine Versammlung unter dem Motto “Jeder hat ein Recht auf Trost. Säkulare und religiöse Wort und Musikbeiträge” statt. Was als ruhige und besinnliche Veranstaltung begann, endete in einen überzogenen Großeinsatz der Berliner Polizei.

Am Anfang der Versammlung bezog die Berliner Polizei mit einer Streifenbesatzung am Rande der Versammlung ihren Posten. Besinnliche und nachdenkliche Worte gab es auf der Versammlung zu den Themen trost und Angst zu hören mit aktuellen Bezügen zur Situation. Die Worte müssen die Polizei sehr beeindruckt haben, so daß eine zweiter Streifenwagen auf dem Gendarmenmarkt erschien.

GESAtransporter kommt zu
einer Andacht

Die Versammlungsleitung wurde nun informiert, doch bitte mehr auf Masken und Abstände in der Versammlung zu achten, auch wenn der Gendarmenmarkt belebt von Anwohnenr, Touristen und Passanten ist – und eine klare Trennung von Versammlung und Umgebung nicht erkennbar war. Um diesen Worten und Forderungen Nachdruck zu verleihen, ließ die Polizei weitere Fahrzeuge auffahren – und baute so eine Drohkullisse aus Hundertschaft mit Helm und Waffe an der Einsatzkraft auf. Man merkte den Einsatzkräften zum Teil an, dass sich sich hier etwas unwohl und fehl am Platze führten.

Einer Teilnehmerin wurde mitgeteilt, dass ihr vor 30 Minuten anerkanntes Attest nun doch ungültig wäre, da sie es nur auf den Handy hatte und nicht im Original. Sie hätte doch etwas photoshopen können. Eine Frau kollabierte vor Aufregung – ob es an der Wärme und zu wenig Wasser lag oder doch an der erzwungenen Maske ließ sich nicht genau in Erfahrung bringen. Die Polizei reagierte hier besonnen und ließ von einer Passantin der Frau eine Wasserflasche reichen. Kurze Zeit später war die Frau aus der polizeilichen Maßnahme (u.a. Personalienfeststellung) entlassen.

Aus Sicht von Versammlungsleitung und Teilnehmer wirkte der Großeinsatz der Polizei als Bedrohung, Einschüchterungsversuch und Repression. Ein Eindruck der verständlich ist, wenn man bedenkt, dass die Berliner Polizei auch weit dezenter und zurückhaltender agieren kann.

5 Kommentare

  1. Lieber Stephan, vielen Dank für diesen Bericht. Eine Anmerkung zur Situation mit der kollabierten Frau habe ich kurz. Auch hier handelte die Polizei unangemessen und vorsätzlich schädigend, da mich die Beamten von den Erste Hilfe Maßnahmen abhalten u diese nicht zulassen wollte. Dies bitte ich als Korrektur einzufügen. Erst als ich mich nicht abbringen ließ und die Frau mich bat ihr zu helfen, ließen sie deutlich widerwillig Hilfeleistungen zu, d Beamten umstellten mich, da auch ich in einer Zwangsmaßnahme gewesen bin und von mir aus derer Sicht eine Gefahr ausging. Im Anschluss wurde ich einer Zwangsleibesvisitation unterzogen, um sicher zustellen, dass ich unbewaffnet bin. Ich trug ein T Shirt, Sandalen und Jeans. Herzlichst, Sabrina Kollmorgen

    • danke fürdeine Anmrkung – deArtikelwird in Kürze entsprechend ergänzt.

      Auch hier handelte die Polizei unangemessen und vorsätzlich schädigend, da mich die Beamten von den Erste Hilfe Maßnahmen abhalten u diese nicht zulassen wollte.

      Herzu eine Anmerkung von von mir – die Polizei kann leider nicht in die Menschen hineinsehen. Du und andere wären erstaunt was selbst die harmlosest wirkenden Menschen unter T-Shirt oder Hose oder in Sandalen usw alles verbergen können, und alles andere als harmlos ist. Leider muss die Polizei erstmal davon ausgehen, dass jeder der bei einer Polizeimassnahme zu Nahe kommt ein potentieller Störer oder gar Angreifer ist – Gruß Stephan Friedrichsberger

    • Liebe Sabrina!
      Vielen Dank für Dein mutiges Einschreiten, und mein beschämtes Mitgefühl für die Leibesvisitation. Das ist e-k-e-l-h-a-f-t, was sie mit Dir gemacht haben. Ich wünsche Dir kompetente Hilfe bei der Verarbeitung, und Gottes Segen.
      Wolfgang

  2. Die beiden Polizisten, die ca. die ersten 45 Minuten in ihrem kleinen Streifenwagen saßen, trugen keine Masken. Die trugen sie nur am bzw. vor Beginn der Veranstaltung und als dann wieder ausstiegen, also draußen an der frischen Luft …

  3. Wenn die Polizei tatsächlich Erste Hilfe Maßnahmen behindert hat, ist das strafrechtlich relevant und gehört zur Anzeige gebracht. Ich war nicht dabei, und kann somit nur nach Berichten hier urteilen.

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