20. Mahnwache “Im Namen der Kunst”

Initiatorin Carola Muysers

Am 17. März 2021 hieß es zum 20. “Im Namen der Kunst”. Ein kleines Jubiläum für die Künstler und Kreativen der Mahnwache. Seit 20 Wochen informiert die Initiatorin Carola Muysers über die aktuellen Zahlen zur Coronalage und die Situation der Künstler und Kreativen.

Geboten wird bei der Mahnwache eine interessante Mischung aus informativen Redebeiträgen, Musik (u.a. Jazzmusiker Werner Lang), Lesung (Jeannette Abbee) und Tanz. Präsentiert werden auch Grafiken der Coronazeit von Angelika Gigauri. Und Kalender und Zeichnungen von Heike Franziska Bartsch.

Konzipiert ist die Mahnwache als offene Bühne auf der Künstler sich und ihr Werk präsentieren können. So präsentierten u.a. der Künstler Funky Gecko seine Skulpturen und Lukas Mückenfett und Band ihre Musik.

Wir stehen seit November bei Schnee und Eis, Regen und Wind jeden Mittwoch 12-15 Uhr auf dem Potsdamer Platz (begonnen hatten wir am Berliner Abgeordnetenhaus und der Akademie der Künste) und machen Kunst & Kultur sichtbar, hörbar, erlebbar. So wie es vor der Corona-Krise mit den fortlaufenden Lockdowns gewesen und wie es auch richtig für unsere Branche mit deutschlandweit 1,3 Mio Schaffenden ist.

Im vergangenen Jahr hat die Corona-Krise dem Kultursektor 28 Milliarden € Defizit beschwert. Schwerst betroffen sind Theater, dicht gefolgt von der Musik, dann zu 60 % angeschlagen die Kunst und zu 30 % die Literatur. Das Sing-, Tanz-, Sprech- und Musizierverbot hat tiefe Kerben geschlagen. Wir von der Mahnwache fordern einen staatlichen Rettungsschirm für die gesamte Kunst & Kulturbranche in exakt der Höhe, in der sich der Schaden beläuft. 28 Milliarden €. Damit können wir den angeschlagenen Sektor sanieren und ihn neu und besser aufbauen, als er zuvor war. Packen wir es an!

Initiatorin Carola Muysers

Das die Mahnwache sich nicht so leicht vertreiben läßt, bewies heute ein ordentlicher Regenguss. Trotz kräftigen Regens und Hagel hielt die Mahnwache durch und Carola Muyers mit ihren Mitstreitern sangen in bester Laune einige Lieder ihrer Coronahits. Zum Ende der Mahnwache wichen dunkle Wolken samt Regen und die Mahnwache endete bei strahlenden Sonnenschein.

Sorgen um Nachwuchs

Am Rande der Mahnwache sprach der Volksbote mit Heike Bartsch. Sie erzählte uns von den Problemen bei der Förderung und Unterstützung des künstlerischen Nachwuchs. So müsse teilweise Tanz per Videokonferenz (Zoom) unterrichtet werden. Sie selbst müsse auf einen kleinen Laptopbildschirm 5 Schüler gleichzeitig unterrichten, jedoch wäre dies kaum fachlich möglich. Denn auf den Bildschirm wirken diese oft wie kleine Figuren. Videokonferenzen seien eben nicht für Tanzunterricht gemacht, sondern für Menschen die sitzen und nicht tanzen. Eine richtige Anleitung und Unterstützung sei auch nicht möglich, da kein korrigieren und eingreifen bei Fehlern möglich ist. Denn oft sind Arme und Beine der Tanzschüler außerhalb des Bildschirms.

Dazu hätten die Schüler in ihren Zimmern auch oft zu wenig Platz und würde regelmäßig an ihre Möbel und Kuscheltiere stoßen. Und zu oft würden Schüler auf ihren geliebten und wichtigen Unterricht verzichten müssen, weil es technische Probleme (u.a. Internetausfall, Verzögerungen bei Bild- und Tonübertragung usw.) gibt.