Gebete als Antwort auf Repression in Zeiten der Pest

Am 1. März 2021 wurde die Versammlung “Meinungskundgebung zum medizinischen Hintergrund von Corona. Aufklärung der Bevölkerung mit dem Ziel, Ängste zu nehmen.” von der Berliner Versammlungsbehörde verboten.

Im Bescheid weist die Versammlungsbehörde darauf hin, dass das vom Versammlungsleiter vorgelegte Hygienekonzept unzureichend wäre.

Aufgrund hier vorliegender Erfahrungen mit den vorgenannten von Ihnen angemeldeten und bereits durchgeführten Versammlungen, in deren Verlauf durch Sie selbst als auch durch die Teilnehmenden gegen die Regelungen der SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (SARS-CoV-2-InfSchMV) verstoßen wurde, hat die Versammlungsbehörde Sie mit E-Mail vom Mittwoch, 24. Februar 2021 um Übersendung einer Hygienekonzeption bis spätestens Freitag, 26. Februar 2021 gebeten. In dem von Ihnen mit E-Mail vom 26. Februar 2021 übersandten Hygienekonzept wurden Seite 2 von 8 jedoch die gemäß § 10 Abs. 1 der SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bei einer Versammlung unter freiem Himmel notwendigen Maßnahmen (z. B. das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, eine entsprechende Ordner*innenzahl sowie die Darlegung der Gewährleistung der erforderlichen Mindestabstände) durch Sie vehement verneint. Sie sprachen sogar im Fall der notwendigen Mund-Naasen-Bedeckung von einem „Maskenverbot“ für Teilnehmende Ihrer Versammlung.

Schreiben der Versammlungsbehörde

Eine Veränderung des Hygienekonzeptes durch den Anmelder fand nicht statt. Aus diesem grund verbot die Versammlungsbehörde die Kundgebung und jede Ersatzveranstaltung.

Gebete in Zeiten von Pest

Vom Versammlungsverbot erfuhr der Volksbote leider nicht rechtzeitig. Und als der Volksbote im Laufe des Nachmittags vor Ort auftauchte, fand er somit die Versammlung nicht vor. Statt dessen fand er eine Gruppe von Menschen die sich zum gemeinsamen Gebet versammelt hatten. Wofür sie beteten war auf den Schilder vor ihnen am Boden zu lesen

Vor Ort sprach der Volksbote mit der Versammlungsbehörde und erfuhr, dass dieser Gebetskreis keine Versammlung sei sondern eine vom Grundgesetz geschütze Ausübung einer religiösen Tätigkeit.

Gebete haben in schweren Zeit haben eine Tradition in der christlichen geschichte. Selbst während der Pest fanden die Menschen Zuflucht in den Kirchen und versammelten sich dort zum Gebet. Priester und Pfarrer die ihre Kirchen schlossen und so den Menschen die Zuflucht zum Glauben verweigerten wurde von den Menschen gebrandmarkt.

Die christliche Geschichte ist voll von Menschen die Gott mehr gehorchten als den weltlichen Herschern, wenn die weltlichen Fürsten und Könige verlangten gegen christliche Gebote und Pflichten zu handeln. Schon die Urchristen wurden von der römischen Obrigkeit verfolgt. Die christlichen Martyrer waren Vorbilder im Glauben. Sie waren sogar bereit für ihren Glauben und ihre Überzeugungen alles zu geben und sich nicht der weltlichen Macht zu beigen und ihren Glauben abzuschwören und gegen diesen zu handeln. Und dies taten sie friedlich und ohne Gewalt.

Glauben als Motor des Widerstand

Im 20. Jahrhundert finden wir auch dafür mehr als genug Beispiele. Bonhöffer kennen viele. Doch wievielen ist bewusst, dass auch gegen komunistische Diktatur und Willkürherschaft die Christen an ihrem Glauben festhielten? Einer der bekanntesten beispiele dafür ist Polen. Die Menschen mussten in den 1980er Jahren für ca. 10 Jahre unter dem Kriegsrecht des damaligen kommunistischen Regimes leben. Als größte Gefahr für das sowjetische Imperium galten nicht die USA sondern der damalige Papst Johannes Paul II, welche die Menschen in Polen und anderen Ländern ihren Widerstand bestärkte und unterstütze.

Auch heute noch finden wir Beispiele dafür wie Menschen Gott mehr gehorchen als den Menschen. Die Untergrundkirchen in China und islamischen Staaten sind nur eines von vielen Beispielen. Weltweit werden Christen von der Obrigkeit verfolgt und sie bleiben stark. Sie lassen sich nicht einschüchtern von Folter, Verfolgung oder Tod. In Nord-Korea und Saudi-Arabien kann das Ausüben eines Gottesdienstes oder nur der Beseitz einer Bibel zu Freiheitstrafen oder Arbeitslager führen.

Persönliche Anmerkung

Was mich als Kind fasziniert hat war die Geschichte von Daniel in der Löwengrube. Von Daniel und seinen Freunden wurde damals verlangt gegen ihre Überzeugungen zu handeln und sich weltlichen Geboten zu beugen. Wie die Geschichte ausging kann man im Buch Daniel 6 Vers6 nachlesen.

Mein Namensvetter aus der Bibel ist übrigens ein gewisser Stephanus. Dieser gilt als erster Märtyrer. Seinen Tod fand Stephanus als gesteinigt wurde, weil den Menschen von seinen Glauben berichtete. Beteiligt war an der Steinigung ein gewisser Saulus, der später zum Paulus wurde.

Wenn ich höre und lese, dass Menschen die Seelsorge und der Beistand durch die Kirchen verweigert wird, dann frage ich mich ob diese ihre christlichen Wurzeln vergessen haben. Wenn ich höre, dass Kirchenvertreter andere Menschen aus ihren Gemeinden verbannen und ausschließen, weil diese ihren Überzeugungen treu bleiben und nicht wanken, dann muss ich mich fragen ob diese Pharisäer und Schriftgelehrten jemals die Bibel wirklich gelesen haben. Oder ob sie nur ein Wohlfühlchristentum als Opum für das Volk haben wollen.