Demonstration gegen Polizeigewalt

Am Abend des 20. Februar 2021 versammelten sich am Brandenburger Tor mehrere Menschen um gegen Polizeigewalt zu protestieren. Kritisiert wurde von Teilnehmern und Veranstaltern die Gewalt durch Polizisten welche gegen Teilnehmer friedlicher Demonstrationen ausgeübt wurde.
Für einige Verzögerung sorgte eine polizeiliche Maßnahme gegen Captain Future. Dieser beschloss kurz vor der Demonstration zusammen mit der Freedomparade eine Polonaise durch das Brandenburger Tor zu tanzen. Wie zu erwarten griff die wegen der angemeldeten Versammlung bereits anwesende Polizei schnell durch und setze die Polonaiseteilnehmer fest.

Polonaise führt zur Verzögerung

Nach dem Captain Future aus der polizeilichen Maßnahme entlassen wurde konnte die Demonstration beginnen. Als erste Station war das sowjetische Ehrenmal vorgesehen, welches an die gefallen Soldaten der Roten Armee erinnert die im 2. Weltkrieg für ihr Volk und Vaterland starben. Den Ort hatte der Versammlungsleiter bewusst gewählt um daran zu erinnern wohin blinder Gehorsam führen kann.

Anmerkung des Volksboten – Leider bezog sich die Rede in diesem Punkt nur auf den Nationalsozialismus. Der damals in der Sowjetunion herrschende Stalinismus hätte auch einige Ansätze zu Diktatur, Befehl ist Befehl usw zu bieten gehabt. So gab es im Stalinismus u.a. zu erfüllende Quoten von Saboteuren und Feinden welche durch den sowjetischen Geheimdienst zu erfüllen waren. Und diese Quote wurden erfüllt, weil der Befehl so lautete. Dies führte dazu, dass Menschen komplett der Rechtlosigkeit und Willkür des stalinistischen Regimes ausgeliefert waren und zur Erfüllung der Quote oft Menschen nur ins Visier gerieten, weil sie existierten. Im Stalinismus wurde der Mensch nicht mehr als Mensch angesehen sondern nur noch als Objekt welches komplett dem Staat ausgeliefert war. Kinder wurden dazu erzogen ihre Familiem zu bespitzeln und gedrillt die “Feinde” des Stalinismus zu verraten und auch die eigenen Eltern und Geschwister als die Schergen Stalins auszuliefern. Millionen von Menschen verschwanden spurlos, gingen für Jahre und Jahrzehnte in Arbeitslager, wurden erschossen und gefoltert.

Das Ehrenmal zeigt nur die ruhmreiche Seite des Stalinismus als “angeblicher” Befreier vom Nationalsozialismus. Was es jedoch nicht zeigt ist die Ermordung der Menschen die dem System Stalin im Wege waren oder um eine Quote zu erfüllen spurlos verschwanden , in Folterkeller und den Gulags landeten . Was es nicht zeigt ist die Erschießung von Soldaten der Roten Armee nach Kriegsende, weil diese sich ergeben hatten. Das Ehrenmal zeigt auch nicht die Grausamkeiten und Terrorherrschaft des Stalinismus in Osteuropa und in Deutschland nach Kriegsende.

Nach einen Redebeitrag zur Remonstrationspflicht der Beamten beendete der Versammlungsleiter die Demonstration, da kein Polizist ohne Anlass remonstrieren wollte. Das Ehrenmal selbst war durch eine Polizeikette abgesperrt. Jedoch ließ die Polizei einzelne Teilnehmer nach Ende der Versammlung zum Ehrenmal durch.

Nach Beendigung der Versammlung versuchten einige Teilnehmer noch eine Spontanversammlung durchzuführen. Dies wurde freundlich aber deutlich von der Polizei beendet, da keine Rechtsgrundlage für eine Spontanversammlung vorhanden war und die Demonstration durch den Versammlungsleiter selbst beendet wurde. Die Polizei nutzte hier ihren Spielraum für die Menschen, da diese anscheinend nicht die Grundlagen des Versammlungsrechts kannten.

Kommentar

Überrest der “Berliner Mauer” an der Bernauer Straße – Symbol eines System welches ein Volk einsperrte und ein Land in ein Gefängnis verwandelte

Der Volksbote empfiehlt dringend sich einmal mit den unterschiedlichen Diktaturen des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen. Denn leider scheinen viele Menschen nur genau eine Diktatur dieser Zeit zu kennen und dies ist dann der Nationalsozialismus. Gerade bei Jugendlichen des “linken” Spektrum scheinen die Symbole des Stalinismus und der Sowjetunion wieder modern zu werden. Nur kennen diese Menschen auch die Geschichte der Menschen die Opfer dieses Systems wurden? Ob diese jungen Menschen sich jemals damit beschäftigt haben welche Willkür und Rechtlosigkeit in den Systemen des sogenannten Ostblocks im Kalten krieg herrschte? Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit gab es da nicht. Menschen welche diesen Systemen kritisch oder gar ablehnen gegenüber standen, wurden in diesen Systemen massiv bespitzelt, verfolgt, eingesperrt, gefoltert und mit Berufsverboten belegt.

Wenn es um Diktaturen geht brauche ich weder Holokaustmahnmal noch sowjetisches Ehrenmal (Stalinismus). Ich brauche als Mahnung und Erinnerung nur einen Blick auf den Boden wo zwei Reihen Pflastersteine liegen und einst die Berliner Mauer verlief. Mir reichen nur wenige Meter zur Gedenkstätte für die Opfer der Berliner Mauer und der Diktatur des Kommunismus. Ich brauche keine Millionen von Toten um zu wissen warum ich diktatorische und totalitäre Regime ablehne. Und wer erst Millionen von Toten braucht um sich zu erinnern, hat nur wenig aus der Geschichte gelernt. Denn Millionen von Gefolterter, Entrechteter und Leichen waren es immer erst am Ende.

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