Menschen helfen Menschen

"Menschen helfen Menschen" am Ostbahnhof (Screenshot - Video)

In Krisenzeiten wird oft eine Gruppe von Menschen vergessen, an die auch sonst keiner denkt. Es sind die Menschen die auch in normalen Zeiten oft ignoriert und übersehen werden, weil die eigenen Sorgen und Probleme so groß scheinen. Und diese Menschen oft keine Stimme haben. Ein Telegram erreichte den Volksboten in dem ein Mensch ihm zeigte, dass diese Menschen nicht vergessen sind und ihnen auch geholfen wird.

Die Gruppe “Von Mensch zu Mensch Aktion” fährt in Berlin durch die Stadt um Obdachlose zu versorgen. Ohne Flagge und ohne Banner engagieren und organisieren diese Menschen Aktionen zur Unterstützung von Obdachlosen. Trotz Verbot fuhren diese Menschen zu Weihnachten quer durch Berlin um den Obdachlosen mit Bekleidung, Punsch und Essen etwas Weihnachtsfreude zu schenken. Doch die Organisatoren wissen, dass die Obdachlosen mehr brauchen.

Dringend Hilfe benötigt

Benötigt wird Kleidung, warmes Essen, heiße Getränke und vieles mehr. Aus anderer Quelle erfuhr der Volksbote das Frühere Hilfsangebote wie Kleiderkammern, Suppenküchen, Waschmöglichkeiten für Körper und Bekleidung vieles mehr geschlossen ist bzw nur noch ein eingeschränktes Angebot haben. Hilfsangebote die für die Betroffenen und andere sozialschwache Menschen auch soziale Treffpunkte fern der Kälte der Straße waren und oft auch ein Mittel gegen die Einsamkeit. Auch Notunterkünfte und Pensionen sind für Obdachlose und Wohnungslose kaum noch verfügbar, da die Anzahl der Plätze massiv reduziert wurde.

Die Organisatoren fragten bei ihrer Aktion die Obdachlosen ob sie ausreichende Hilfsangebote hätten. Gefragt wurde ob die Kältebusse regelmäßig kommen, ob durch Corona sich mehr gekümmert wird und ob die Obdachlosen eine Unterkunft haben. Überwiegend sei die Antwort auf alle drei Fragen “Nein” gewesen. Bei der Kältebusproblematik ist der Volksbote noch am nachfragen. Unsere Vermutung ist sehr simpel, durch die Coronaregeln sind die üblichen Treff- und Schlafpunkte von Obdachlosen oft nicht mehr nutzbar. Also finden Kältebusse und Obdachlose nicht mehr zueinander.

Die Situation in den Unterkünften soll sich noch mehr verschärft haben. So werden die Obdachlosen nur getrennt aufgenommen und Paare getrennt. Eine gemeinsame Unterbringung sei nicht möglich und manche Unterkünfte würden generell die Aufnahme von Paaren ablehnen. Diese Problematik ist nicht neu. Neu ist jedoch das in den Unterkünften auf strikte Trennung geachtet werden würde, so dass die Menschen dort keinen Kontakt zueinander haben. Leider gibt es immer noch die Praxis, dass Obdachlose mit Hunden oft keine Unterkunft finden würden. Zustände die es schon lange vor Corona gab und sich nun massiv verschärft haben. Frauen würden in den Obdachlosenunterkünften oft schikaniert werden und als Problem angesehen werden. Und die Kältebusse können mangels Handy von den Obdachlosen nicht selbst erreicht werden. Was der Organisatorin auffiel war wie bescheiden die Menschen waren und wie groß ihre Freude.

Kommentar

Der Volksbote wird an dem Thema dran bleiben und sich freuen auch über andere Aktionen berichten zu können in denen Menschen anderen Menschen helfen. Und bitte auch an andere Menschen denken die es auch ohne Corona schon sehr schwer hatten. So ist die Einschränkung des Angebotes der TAFEL und anderer Einrichtungen oft nicht nur der Wegfall von Hilfsangeboten für sozialschwache Menschen sondern auch der Wegfall eines wichtigen sozialen Treffpunktes für diese Menschen. Diese Menschen hatten dort oft ihre langjährigen Freunde und Bekannten treffen können.

Niemand wird vergessen, denn jeder ist systemrelevant. Und jeder Mensch ist wichtig.