Tag 2 – des Protest der Bauern

Symbolbild für Protest der Landwirtschaft

Heute war der zweite Tag des Protest der Landwirtschaft in Berlin – die Forderung sind immer noch die gleichen. Laut Teilnehmern soll es zumindest schon ein kurzes Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium gegeben haben. Den Auftakt des Tages machte ich in der Nähe des Alexanderplatzes. Dort stand der LKW einer Einzelhandelskette und verpflegte die Protestler.Leider konnte die Einzelhandelskette bisher keine Zeit finden eine kleine Presseanfrage zu beantworten. Das der Volksbote die Verhältnisse im Einzelhandel kennt, hat er dafür Verständnis und Geduld.

Der Volksbote fragte natürlich bei den Menschen vom Fach nach was die angebotene Qualität angeht. Die Qualität wurde als gut bezeichnet. Am Rande der dortigen Proteststation kam er ins Gespräch. Ihm wurde berichtet, dass die Situation der Landwirte teilweise so misserabel ist, dass diese Nebenjobs aufnehmen müssen um sich und ihre Familien zu ernähren. Ein Bericht wie ihn der Volksbote auch aus dem Gastronomiebereich, dem Einzelhandel, Sicherheitsdienst und anderen Bereichen leider nur zu gut kennt. Doch auch wenn die Verhältnisse sich gleichen – soll dies nicht das Thema sein.

Der Volksbote führ als nächsten mit dem Fahrrad zum “Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft”. Einen positiven Eindruck machten die Menschen dort. Nur was musste der Volksbote erblicken? Die Verantwortliche in der Politik hatten sich entschieden ein Absperrband der Polizei und zusätzliche Polizeikräfte vor der Haustür. Das ist die Antwort des Staates auf Menschen die ihn sprechen wollen? Werte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) das ist die Antwort auf Gesprächswünsche? Die Menschen stehen friedlich vor der Tür und sie und ihr Ministerium fangen an sich zu verschanzen? – wieso nicht gleich Hamburger Gitter als deutlicheres Zeichen für ihr Interesse an den Problemen der Menschen? Bei ihnen vor der “Haustür” stehen Menschen die nur eines wollen – dass sie einmal ihnen zu hören und mit ihnen reden. Sie möchten, dass nicht nur Funktionäre die Ehre haben von ihnen empfangen zu werden.

Am Rande der Kundgebung kam der Volksbote ins Gespräch mit Klaus (Name geändert) einen von vielen Landwirten. Dieser erzählt dem Volksboten, dass fairere Lebensmittelpreise nicht höhere Kosten für den Endverbraucher bedeuten müssten. Nach seinen Worten würde das Kilo Rindflleisch im Schlachthof ca. 6 Euro und der Verbraucher müsste für das gleiche Fleisch am Ende 36 bis 38 Euro zahlen. Nur von diesen Preisanstieg haben weder Landwirte noch Endverbraucher etwas. Das problem sei aus seiner Sicht die Politik und die Zwischenhändler die ebenfalls ihren gewinn machen wollen.

Kritisiert wurde auch die EU. Denn wieso können spanische Landwirte nach anderen Richtlinien und Normen arbeiten. Ein Passant wies daraufhin, daß Unternehemn wie Bosch in Portugal Arbeitskräfte für 600 Euro beschäftigen würden und die gleichen Arbeitskräfte in Deutschland 6000 Euro kosten würden. Klaus fragte sich auch wieso “Käfigeier” (Legebatterien) in Deutschland zwar verboten wären, aber gleich hinter der Grenze in Polen erlaubt wären. In Deutschland hätte man die Legebatterien geschlossen und im gegenzug hätten Unternehmen wie Dutchman hätten in polen und Tschechien gleich hinter der Grenze die Legebatterien wieder aufgebaut. Und der deutsche Staat hätte Bürgschaften übernommen für etwas was in Deutschland verboten ist.

Kommentar

In Gedenken an all die Menschen die am Ende von den Folgen der Entscheidung in Politik und Wirtschaft betroffen sind. Und leider zu oft aus Verzweiflung und Existenzangst keinen Ausweg mehr sahen und aufgaben
Wenn der Volksbote es richtig verstanden hat – dann unterstützen somit deutsche Politiker bzw die EU nicht nur die Umgehung von deutschen Lohnstandards, Qualitätsstandards, Arbeitnehmerrechten und Tierschutzstandards. Und da die deutschen Standards und Gesetzesnormen teurer sind, können dann landwirtschaftliche Unternehmen aus Deutschland im Preiskrieg nicht mithalten. Und da das Lohnniveau im Keller ist, können im Gegenzug die Deutschen sich die Lebensmittel aus Deutschland kaum noch leisten. Ein teil der Protestler fordert gleiche Normane und Standards überall in der EU. Nur welche soll man nehmen? Zu befürchten ist doch, dass am Ende die schlechtesten Standards von denen nur wenige profitieren sich durchsetzen. Und dies am Ende zu Lasten vieler Menschen geht.

Klaus meinte, das es doch im Jahr nur 10Euro mehr wären wenn der Milchpreis am Ende um wenige Cent teurer wäre. Die Menschen in Berlin wären sicher gerne dazu bereit. Nur wovon? Der Volksbote kennt genug sozialschwache Menschen die sich schon heute nicht die Lebensmittelpreise leisten können und zur Tafel müssen. Dieses Problem haben auch Menschen die im Niedriglohnbereich arbeiten und gerade so über die Runden kommen. Werte Funktionäre und Politiker geht doch einmal zu den Obdachlosen am Alexanderplatz, zu den Armutsrentern bei der Tafel und vieles andere Menschen mehr in Berlin. Und werter Einzelhandel – wieviele der Menschen die bei euch beschäftigt sind als Warenverräumer, Auspacker, Kommissionierer und im Sicherheitsdienst arbeiten für Fremdfirmen und können tatsächlich von dem was sie verdienen ihre Familien ernähren und ihnen mehr als ein Leben am Existenzminimum?! Und dann fragt diese einmal ob sich sich das was ihr versprecht und fordert am Ende auch leisten können? Zu Presseterminen taucht ihr sicher auf – und ganz fotogen präsentiert ihr euch. Doch was wisst ihr wirklich über die Menschen in Berlin?

Werte Funktionäre und Politiker was ihr euch zu sagen und erzählen habt weiß ich. Doch was habt ihr den Menschen in Berlin zu sagen die für euch diese Stadt die ihr als Bühne und oft auch zur Selbstdarstellung nutzt am laufen halten? Was habt ihr den Menschen in Berlin zu sagen die unter euren Entscheidungen zu leiden haben? Was habt ihr den Polizisten zusagen die für euch Sicherheitsdienst spielen sollen und den Kopf für eure Politik hinhalten? – hat mal jemand der werten Bundespolitiker die Polizisten vor der Haustür gefragt wie es bei den Polizisten in Berlin mit Ausrüstung und Einkommen in Berlin aussieht?

Was habt ihr den Beschäftigten im Einzelhandel zu sagen? – Werte Politiker und Funktionäre ihr sprecht hinter verschlossenen Türen und dann schickt ihr eure Medienvertreter als Boten zum Volk um ihm eure Weisheit und Forderungen mitzuteilen.