christlicher Journalist Hrant Dink wurde vor 14 Jahren ermordet

Nelken zum Andenken an den Journalisten Harat Dink vor dem Argos-Verlagshaus

Hrant Dink
*15. September 195 in Malataya (Türkei)
+19. Januar 20007 ermordet
Heute vor 14 Jahren wurde in der Türkei der Journalist Hrant Dink ermordet. Der 16jährige Mörder Ogün Samast soll nach der Ermordung gerufen haben “Ich habe den Ungläubigen erschossen”. Als Motiv gab er an, dass Dink das türkische Volk beleidigt haben soll.
Dink war als Kind Mitglied der Armenisch Apostolischen Kirche und wuchs nach der Trennung seiner Eltern in armenischen Waisenhäusern auf. Dink studierte Zoologie und Philosophie. Nach dem Militärputsch in der Türkei, am 12. September 1980 unter Leitung des Generalstabschefs Kenan Evren, wurde Dink mehrfach verhaftet und für mehrere Monate inhaftiert.

Mitte der 1980er Jahre beschlagnahmten die türkischen Behörden tausende christliche Stätten. Dabei war auch das von Dink und seiner Frau geleitete armenische Ferienheim. In diesem Ferienheim verbrachte Dink bereits seine Kindheit- Als Vorwand diente die Behauptung, dass die armenische Kirche das Grundstück illegal gekauft hätte. Als Reaktion gründete er zusammen mit seinen Brüdern eine Buchhandlung und begann seine journalistische Tätigkeit. 1996 war er Mitbegründer der zweisprachigen Zeitung Agos. In dieser wurden politische Artikel in türkisch und armenisch veröffentlicht. Wegen seine journalistische Tätigkeit wurde er von der türkischen Justiz verfolgt und mehrfach vor Gericht gestellt. So auch als er eine achtteilige Serie zum Verhältnis der Armenier zu den Türken geschrieben hatte. Drei weitere Verfahren waren noch nach seiner Ermordung anhängig. Beanstandet wurden u.a. Äußerungen zum Völkermord an den Armeniern im osmanische Reich.

Am 19. Januar 1997 wurde Hrant Dink vor der Tür des von ihm mitbegründeten und geleiteten Agos-Verlag von einem 16jährigen Jugendlichen ermordet.

Trauerzug zu Ehren von Hrat Dink bei seiner Beerdigung

Am Tag seiner Beerdigung gaben ihm ca. hunderttausend Menschen das letzte Geleit und begleiteten den 8 km langen Trauerzug. Aus den Lautsprechern erklang das Lied Sarı Gelin (Die blonde Braut). Das Lied erzählt von der tragischen Liebe zwischen einen türkisch-muslimischen Jungen und eines armenisch-christlichen Mädchens, die trotz ihrer großen Liebe nicht zueinander finden und nicht heiraten dürfen.