politischen Gefangenen eine Stimme geben

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Maske als Botschaft für den Kampf der Kurden

Am Freitag den 15. Januar 2021 fand den fünften Tag in Folge die Mahnwache “Isolation durchbrechen, Faschismus zerschlagen” statt. Die Mahnwache ist seine Solidaritätsaktion zur Unterstützung der politischen gefangenen in der Türkei, welche sich dort seit 50 tagen im Hungerstreik befinden. Zu den Forderungen der Hungerstreikenden gehört ein Ende der Isolation von Öcalan und der Rechtlosigkeit in türkischen Gefängnissen. Die Kundgebung war geprägt von Reden auf kurdisch und deutsch, kurdischer Musik und Sprechchören wie “Freiheit für Öcalan – Frieden mit Kurdistan” und “Freiheit für alle politischen Gefangenen”.

In den Reden wurde an die kurdische Politikerin Leyla Güve erinnert, welche wegen ihrer politischen Arbeit für das kurdische Volk und die Frauenrechte in der Türkei zu 22 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Verhaftet wurde sie 2019 nachdem ihr das und zwei weiteren kurdischen Abgeordneten das Mandat im türkischen Parlament entzogen wurde.

Der Historiker Dr. Nick Brauns richtete auf der Kundgebung Grüße vom Solidaritätskomitee Kurdistan und weiteren solidarischen Gruppen in Deutschland aus und erklärte: „Wir stehen hier, um den politischen Gefangenen in der Türkei eine Stimme zu verleihen. Ich möchte aber am Anfang auch daran erinnern, was heute für ein Tag ist. Heute ist der 15. Januar und vor genau 102 Jahren wurden die beiden Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands, hier in Berlin auf Befehl eines sozialdemokratischen Kriegsministers ermordet. Mit der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren zwar diese beiden großartigen Menschen weg, nicht aber ihre Gedanken. Ihr Kampf für eine bessere Welt, für Gerechtigkeit und Frieden lebt weiter. Ihre Gedanken leben vor allem auch weiter in der kurdischen Befreiungsbewegung.“

Im Zuge der Coronakrise gab es in der Türkei eine Coronaamnestie für Gefangenen. freigelassen wurden auch Schwerverbrecher und Vergewaltiger, jedoch wurde kein politischer Gefangener des Erdoghan Regimes in die Freiheit entlassen.
Kritisiert wurde von den Rednern die einseitige Berichterstattung der deutschen Medien. Nirgends gäbe es Berichte zum Hungerstreik und Solidaritätsaktionen – eine Mauer des Schweigens in den Medien. Aus diesem Grund rief Dr. Nick Brauns die deutschen Demokraten zur Unterstützung auf um so Druck auf die Bundesregierung auszuüben. In dem diktatorischen Verhalten von Erdogahn sieht er kein Zeichen der Stärken, sondern ein Zeichen der Schwäche für einen Diktator der in der Region immer mehr isoliert ist.

Die Mahnwache wird ab Montag zwischen 12 bis 15 Uhr fortgesetzt.