Welle von Unternehmenpleiten erwartet

Insolvenz- und Konkurswelle durch LockDown-Politik (Symbolbild)

DIW-Chef Marcel Fratzscher rechnet mit einer Welle an Unternehmensinsolvenzen bei einer Verlängerung des Corona-LockDowns. Je länger der LockDown dauern würde, desto mehr Unternehmen würden an die Grenzen ihrer Möglichkeiten geraten. Durch die zu erwartende Insolvenzwelle sei mit einer massiv steigenden Arbeitslosigkeit zu rechnen. Die im Zuge der Coronamassnahmen ausgesetzte Antragspflicht für insolvente Unternehmen habe die Insolvenzwelle nur verzögert, aber würde diese nicht aufhalten.

Besonders betroffen von der zu erwartenden Insolvenzwelle wären Einzelhandel, Gastronomie, die Reise- und Veranstaltungsbranche. Auch andere kleinere und mittlere Unternehmen hätten nicht die Möglichkeit die wirtschaftlichen Folgen der Coronamassnahmen abzufedern.

Ganz allgemein gilt aber: Kleine und mittlere Unternehmen können sich schlechter gegen eine solche Pandemie wehren, weil sie nicht die Rücklagen bilden können oder Zugang zu den Kapitalmärkten haben. Sie sind auf die eigenen Erträge oder Bankkredite angewiesen, um sich zu finanzieren. Bei vielen dieser kleineren und mittleren Unternehmen ist jetzt aber ein Verschuldungsgrad erreicht, bei dem noch mehr Schulden das Problem nicht lösen. Trotz Pandemie haben wir 2020 einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen gehabt. Aber nur, weil die Antragspflicht dafür bis Dezember 2020 ausgesetzt wurde. Heißt: Die Frage ist jetzt nicht, ob eine Welle an Unternehmensinsolvenzen kommen wird, sondern wann. Ich fürchte, ein starker Anstieg von Unternehmensinsolvenzen wird uns nicht erspart bleiben.

Im weiteren Gespräch mit der “Augsburger Allgemeinen Zeitung” weist Fratzsche daraufhin, dass der Arbeitsmarkt schon jetzt massiv in der Krise steckt.

Fast 600.000 regulär sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben 2020 ihre Arbeit verloren. Dazu kommen rund 850.000 Minijobber, die allerdings in keiner Arbeitslosenstatistik auftauchen, die kein Anrecht auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld haben. Und dann haben wir unzählige von den rund zweieinhalb Millionen Solo-Selbstständigen, die massive Einbußen erfahren mussten.

Initivative gegen LockDown

Für immer mehr Unternehmer und Selbstständige wird die wirtschaftliche Lage zu einer Bedrohung ihrer Existenzgrundlagen. In Telegramgruppen wird offen diskutiert, ob man im Fall einer zu erwartenden Verlängerung der Zwangsschließungen nicht das Risiko von anfechtbaren Strafen eingehen sollte. Denn die Alternative zur rechtswidrigen Öffnung wäre fast ausnahmslos nur noch der Konkurs, da keinerlei Reserven mehr vorhanden sind und wirtschaftliche Hilfen nicht rechtzeitig ausgezahlt werden würden.