Widerstand ist nass und kalt

Staatsmacht gegen friedliche Menschen am 18. November (Symbolbild)

Vor einigen tagen veröffentlichte “Friedensdemowatch” seine Auswertung zur Widerstandskundgebung am 18.11.2020. im üblichen merkelistischen Stil wird von radikalisierten Querdenkern, Nazis, Reichsbürgern und anderen geschrieben, die dem merkelistischen System kritisch gegenüber stehen. Und als Beweis veröffentlicht man eine Liste von einigen Menschen die irgendwie wichtig sein sollen.

Was ich an diesem Tag sah war etwas anderes – was ich sah war Menschen die friedlich und ohne zu zögern für ihre Meinung einstanden. Ich sah Menschen die auch Angst hatten – aber sich davon nicht beherschen ließen. Wer hätte denn keine Angst wenn Wasserwerfer auf einen losrollen? Wer hätte keine Angst wenn die Polizei mit Gewalt und scheinbar wahllos gegen friedlichen Menschen eingesetzt wird?

Ich sah an diesem Tag jedoch auch einiges mehr – zu sehen waren Polizisten denen man anmerkte und von denen man hören konnte wie sie an ihren Einsatz massive Zweifel hatten. Polizisten die sich fragten was sie überhaupt an diesem Tag dem 18. November mache, wo doch sonst Deeskalation das Dogma sei – und an diesem tage anscheinend auf Eskalation durch die Polizeiführung gesetzt wird. Die Menschen waren friedlich und einzelne Störer konnte ohne Problem aus der Menge heraus gegriffen werden. Die Menschen blieben friedlich trotz Pfefersprayeinsatz und Wasserwerfern – gab es durch die Menschen keine Eskalation der Gewalt.

“Friedensdemowatch” und andere bezeichnen die Teilnehmer auf der Liste als Neonazis, Reichsbürger, Querdenker, Rassisten, Verschwörungstheoretiker und einiges mehr – wer auf dieser Liste steht darf sich geehrt fühlen. Denn ihr steht stellvertretend für hunderttausende Menschen in diesem Land, die unter hohen persönlichen Risiko jeden Tag ein Zeichen für “Frieden, Freiheit, keine Diktatur” setzen. Und werte Leser schaut euch ruhig die Fotos der Fotografen an – denn sie zeigen was Widerstand bedeutet. Es bedeutet unbequem zu sein – Risiken einzugehen und trotz Angst den Mut zu finden weiter zu machen.

Jeder der heute auf Demos geht, mit Kreide etwas auf die Straße und an Wände malt, mit Kerzen ein Licht entzündet – und vieles mehr – leistet mehr für Deutschland und das deutsche Volk als tausende Hinterzimmerstrategen und -theoretisierer – die dauernd überlegen wie sie die große Aktion machen können und die doch nie passieren wird. Hinterführer die von anderen den totalen Widerstand fordern, während sie selbst im trockenen bleiben.

Wer glaubt Widerstand ist es in Chats zu theoretisieren und in stickigen Hinterzimmern jahrelang zu philosophieren welcher “Messias” das deutsche Volk befreien und erlösen wird – wer sagt es bringt alles nichts und ist doch nur voller Risiko – der will keinen Widerstand, sondern einfach nur im Trocknen bleiben. im trockenen sind diese “Pseudowiderstandskämpfer” gut am grübeln welch großes und bombastisches Signal es doch bräuchte um die Deutschen aufzuwecken und zu inspirieren. Ihr werdet ewig im Trocknen und dunkeln bleiben – während andere alles riskieren, vielleicht verlieren – aber doch zumindest etwas tun um zu gewinnen. Ihr bleibt trocken – und wir werden nass. Und wir werden uns nicht fragen müssen, was wir hätten alles tun können – denn wir haben es gewagt.