Krankenkassen ab 2021 teurer

Krankenkassen rechnen mit 30 Milliarden mehr Ausgaben durch Politik von Bundesgesundheitsminister Spahn

Wie das Handelsblatt mitteilt, gibt es für die Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) schlechte Nachrichten geben. Um 0,5 Prozentpunkt wird der Zusatzbeitrag ansteigen. Auch andere Krankenkassen werden ihre Zusatzbeiträge erhöhen. Begründet wird dies mit den hohen Kosten der Gesetze, welche von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu verantworten sind. Die Corona-Pandemie soll keine Rolle dabei spielen.

„Um ihren Haushalt zu stabilisieren und die hohen Kosten der Gesetzgebung zu verkraften, muss auch die AOK Baden-Württemberg erstmals seit fünf Jahren ihren Zusatzbeitrag anheben“, teilte die größte Krankenkasse im Südwesten Deutschlands mit. Für die mehr als 4,5 Millionen Versicherten steigt der Zusatzbeitrag um 0,2 Punkte auf 1,1 Prozent.

Weitere Beispiele: Die IKK classic, die in ganz Deutschland mehr als drei Millionen Versicherte zählt, kündigte eine Erhöhung um 0,3 Punkte auf 1,3 Prozent an. Die AOK Niedersachsen geht um 0,5 Punkte von 0,8 auf 1,3 Prozent hoch. Die in Sachsen und Thüringen tätige AOK Plus verdoppelt ihren Zusatzbeitrag von 0,6 auf 1,2 Prozent.

Jens Baas (Tk-Chef) warnte bereits, dass 2022 ein “ein hartes Jahr für Kassen und Mitglieder” werden wird. Sollte der Staat nicht gegensteuern, würde sogar eine Verdopplung des Zusatzbeitrages drohen. Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic, rechnet ebenfalls mit einen massiven Anstieg bei den beitragssätzen.

Im laufenden Jahr verzeichneten die 105 Kassen bis zum Ende des dritten Quartals ein Defizit von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Spahn bemühte sich, die Anfang Dezember vorgestellten Zahlen als Corona-Folge darzustellen. „Die Pandemie hinterlässt immer deutlichere Spuren bei den Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen“, sagte er.

Im Lager der Krankenkassen wird nicht das Virus, sondern Spahn als Hauptverursacher der drohenden Finanzmisere gesehen. Paradoxerweise entlastete die Pandemie die Kassen zunächst sogar, da im Frühjahr Kliniken planbare Operationen verschoben und Patienten Arztbesuche auf ein Minimum beschränkten. Auch die Arzneimittelausgaben sanken dadurch.

Die Krankenkassen selbst, rechnen für den Zeitraum von 2019 bis 2022 mit 30 Milliarden Euro Zusastzkosten – welche durch die Aktivitäten von Jens Spahn verursacht werden.