Altersgerecht wohnen – für viele Senioren unerreichbar

Für Millionen künftiger Senioren werden die Zukunftssaussichten immer schlechter – nur wenige Rentner werden der Altersarmut entkommen können, massiver Anstieg von Mieten und kaum Chancen auf eine altersgerechte Wohnung. Experten Experten sprechen mittlerweile von der „grauen Wohnungsnot“.

Eine altersgerechte und bezahlbare Wohnung – das könnte bald für Millionen Rentner zum Problem werden: Darin sind sich Wirtschaftsforscher, Sozialexperten und die Bauwirtschaft einig.

Denn die geburtenstarken Jahrgänge gehen demnächst in Rente. „Eine ganze Generation mit deutlich niedrigeren Renten trifft dann auf steigende Wohnkosten“, sagte Matthias Günther vom Pestel-Institut in Hannover. „Deutschland steuert sehenden Auges auf die „Graue Wohnungsnot“ zu“.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, wies darauf hin, daß nur fünf Prozent der älteren Menschen in einer altersgerechten Wohnung leben. Immer schwerer wird es bereits heute für Rentner die steigenden Mieten zu bezahlen.

Doch die Zahl der Rentner wird steigen von derzeit 18 Millionen auf 24.000.000 im Jahr 2040. Und die zukünftigen Rentner werden von deutlich weniger Rente leben müssen. In einer vom Pestel-Institut veröffentlichten Studie rechnet man damit, daß in Zukunft 25% aller Rentner eine Grundsicherung benötigen werden.

Lösungsvorschlag – Umzug in kleinere Wohnung die teurer ist

Ein Lösungsvorschlag lautet oft, daß Senioren doch in eine kleinere Wohnung ziehen sollen um die Mietkosten zu reduzieren. Dieser Vorschlag scheitert jedoch an einen Punkt – die kleiner Wohnung wäre oft teurer als die seit Jahrzehnten bewohnte. Profitieren würde von diesem Vorschlag nicht der Rentner der seine in Jahrzehnten zu einem zu Hause gewordenen Wohnung und sein zur Heimat gewordenen Umfeld verlieren würde – sondern nur der Immobilienunternehmer der endlich einen langjährigen und treuen Mieter los ist und nun die Wohnung zu einen weit höheren Preis vermieten kann.

Altersgerechte Wohnung spart der Gesellschaft 8500 EURO im Jahr

Doch nicht nur die Miete sondern auch ein altersgerechter Umbau der Wohnung ist für viele Senioren kaum finanzierbar. In der Pestel-Studie rechnet man mit etwa 16.000 EURO an Kosten zum altersgerechten Umbau einer Wohnung. Ein Umbau der es ermöglichen würde, daß Senioren weniger unfallgefährdet wohnen und länger zu Hause leben können. Doch nicht nur der Senior würde mit einem Lebensabend in vertrauter Umgebung davon profitieren – auch für die Gesellschaft würde es sich bezahlt machen. Denn ein Platz im Pflegeheim koste pro Jahr 8500 Euro mehr als eine ambulante Pflege.

Bis 2030 müssen nach Berechnungen des Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) bis zu drei Millionen Wohnungen zusätzlich altersgerecht neu oder umgebaut werden. Die Kosten dafür würden etwa 50 Milliarden Euro betragen. Um diese Ausgaben zu stemmen, wären 6 Milliarden an Bundeszuschüssen notwendig.