Asylbewerber flüchten aus Bayern

Rückreise in die Heimat per Flugzeug (Symbolbild)

Am Diensttag morgen landete eine Sammelmaschine mit 36 Männern in Kabul, welche nach Afghanistan abgeschoben worden. Ein Drittel der Passagiere waren Straftäter, welche u.a. wegen Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt wurden. Beim Rest handelte es sich um ausreisepflichtige Asylbewerber, deren Asylanträge abgelehnt wurden und die eine „freiwillige Rückreise“ abgelehnt hätten.

Der Flüchtlingsrat kritisierte erwartungsgemäß diese Abschiebungen als menschenverachtend und zynisch. Und wies darauf hin, daß wegen der rigiden Abschiebepraxis immer mehr Asylbewerber gezwungen wären aus Bayern zu flüchten.

Stephan Dünnwald, Sprecher des Flüchtlingsrats. „Die bayerische Staatsregierung agiert zynisch und menschenverachtend.“ Immer mehr Asylbewerber flüchten aus Angst vor Abschiebungen aus Bayern in umliegende EU-Staaten. Für Dünnwald ein gewünschter Effekt der dortigen Abschiebepraxis. „Sie werden zur Weiterflucht in andere Länder gezwungen. Dabei hieß es aus Bayern eigentlich immer, man wolle Sekundärmigration verhindern.“

Derzeit fahndet die Polizei in Deutschland nach ca. 130.000 ausreisepflichtigen Personen. Die Gesamtzahl der ausreisepflichtigen Personen wird auf etwa 250.000 geschätzt. Wenn keine „refugeeten“ Personen mehr einreisen und jeden Tag eine Maschine mit 36 ausreisepflichtigen Personen Deutschland verläßt – würde es 6945 Tage oder 20 Jahre dauern bis alle ausreisepflichtigen Personen Deutschland verlassen haben.