Schwerer Diebstahl – Rentner stiehlt 60 Pfandflaschen aus Müllcontainer

Reicht es für Miete und Essen? (Symbolbild - Armut)

Ein 68-jähriger Rentner der von 780 Euro und den Pachteinnahmen aus seiner kleinen Landwirtschaft leben muss wurde seine Armut zum Verhängnis. Da dieses Einkommen an der Armutsgrenze kaum für das Nötigste ausreicht ist er gezwungen regelmäßig Flaschen zu sammeln.

2018-12-11_-_Rentenkürzung
Politiker zum Thema Armut

Bei einer seiner täglichen Touren entdeckter er mehrere Pfandflaschen im Müllcontainer eines Firmengeländes in Neudrossenfeld. Um Diebstahl des Mülls zu verhindern hatte das Unternehmen den Deckel mit Draht und einen Metallstift verschlossen – denn der Müll und die enthaltenen 60 Pfandflaschen waren für die Müllpresse bestimmt, wie der als Zeuge geladene Hausmeister aussagte. Doch Not kennt kein Gebot und so entfernte der Rentner den Draht mit einer Kombizange.

60 Pfandflaschen aus Müll = 12.000 Pfandflaschen Strafe

Für die Staatsanwalt war die Sachlage damit eindeutig – es war ein besonders schwerer Fall des Diebstahls und eine Einstellung des Verfahrens stand nicht zur Debatte. Doch war die Staatsanwaltschaft Milde – statt eine Freiheitsstrafe von mindestens 3 Monaten wie es das Gesetz verlangt, forderte sie „nur“ eine Geldstrafe von 3000 Euro (120 Tagessätzen a 25 Euro). Das Gericht war milde und verurteilte den Armutsrentner in Namen des Volkes zu der geforderten Strafe von 3000 Euro für den besonders schweren Diebstahl von 60 Pfandflaschen aus einen gesicherten Müllcontainer – um diese Strafe zu bezahlen muss der Rentner nun 12.000 Pfandflaschen zu 25 Cent sammeln.

Presseschau

  • Nordbayrischer Kurier – Leere Flaschen, schwerer Diebstahl