Kein Wasser für die Ärmsten

Im beschaulichen Pirmasen stand am Montag den 26. Juni 2017 ein interessanter Antrag im Stadtrat auf der Tagesordnung. Die Linkspartei beantragte, daß die Stadt zukünftig die Stadtwerke anweist, keine Wassersperren mehr zu verhängen und bestehende Wassersperren aufzuheben. Ersatzweise sollten im Fall einer Wassersperre zumindest eine Versorgung mit 20 Litern Wasser pro Tag und Person zu ermöglicht (Diese Menge haben die Vereinten Nationen als kleinste Menge erklärt, um die Mindestversorgung eines Menschen für Trinkwasser und Sanitärversorgung zu ermöglichen). Die Kosten für 20 Liter Wasser am Tag würden laut Gebührenseite der Stadtwerke ca. 1,20 Euro am Tag betragen. Kein großer Betrag und eher ein symbolischer Antrag könnte man meinen – doch ganz unsymbolisch und kaltherzig wurde dieser Antrag in breiter Mehrheit abgelehnt.

WIR-Fraktion – Wasserentzug schlimmer als Kopfschuß

WIR-Fraktionschef Andreas Burkhardt erklärte in der Sitzung, daß die Versorgung mit Trinkwasser eine Grundaufgabe des Staates ist und eine Trinkwasservergung nicht versagt werden darf. Dabei verglich er das Zudrehen des Wasserhahns mit einen Kopfschuß. Ein Kopfschuß wäre jedoch humaner, da dieser den Menschen sofort und nicht erst sehr quallvoll im Verlauf von einigen Tagen töten würde. Ein Vergleich den der örtliche SPD-Vorsitzende Hussong als ungehörig zurückwies – zurück wies die SPD dann in der Abstimmung erwartungsgemäß dann Antrag. Denn die SPD findet Wassersperren sozial verträglich und sieht in einer Grundversorgung mit Wasser anscheinend kein Menschenrecht – was kaum überrascht denn in der SPD predigt man gerne Wasser und säuft lieber Champagner.

Parteienblock geschlossen gegen Wassergrundversorgung

Fast geschlossen stimmten die Vertreter von CDU, SPD, Frei Wählergruppe, FDP und Grüne gegen den Antrag. Nur vier Stadträte der SPD bewiesen zumindest soviel Anstand sich der Stimme zu enthalten. Für den Antrag und ein Menschenrecht auf Wasser in Pirmasen stimmten geschlossen die Stadträte der Fraktion von Linkspartei und WIR-Fraktion.

Die Bedeutung des Geschäfts mit dem Wasser und einen Blick auf die Problematik der Privatisierung von Wasser bietet die Dokumentation „Wem gehört das Wasser?“

Wem gehört das Wasser?

Quelle: Youtube – IdNdokus