Volksaufstand mit oder ohne Volk?

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Im Juni 1953 kam es in der DDR zu tagelangen Unruhen und Streiks nach dem die regierende SED eine Normerhöhung verkündet hatte. Diese Normerhöhungen, welche einer Lohnkürzung gleich kamen, waren jedoch nur der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte. Schnell ging es weit mehr – den Bürgern ging es um eine Abrechnung mit der totalitären Herschaft des stalinistischen Regimes, welches ihre Macht nur auf die Panzer der sowjetischen Truppen stützen konnte. Am 17. Juni wurde der Aufstand von der Panzern der Sowjetarmee nioeder gewalzt, als die SED die Kontrolle über das Land verloren hatte. Der 17. Juni gilt seit dem als Gedenktag für diesen Volksaufstand. Auch heute reden wieder viele von einen notwendigen Volksaufstand.

Volksaufstand heute

Einen Volksaufstand halte ich derzeit nicht für machbar. Der Grund ist relativ simpel – das Volk ist zu gespalten. Auch beruhen die meisten Pläne eines Volksaufstandes im nationalen und patriotischen Spektrum auf der Idee, daß es diesen nur in einer Stadt (meistens Berlin) geben dürfe. Schaut man sich Volkaufstände wie den in der DDR an, stellt man jedoch fest das diese in vielen Städten geschahen und nicht nur in einer Stadt – denn nur so wurde die Lage für die Machthaber wirklich unbeherschbar. Das andere Problem ist die Fragmentierung des deutschen Volkes. Gerade im „rechten“ Spektrum hat man es zu einer wahren Meisterschaft darin gebracht sich von einander zu distanzieren und abzugrenzen. Das oft genug noch Feindbilder und Sündenböcke gepflegt werden ist da auch nur wenig hilfreich. Denn für einen Volksaufstand braucht es ein Volk und keine einzeln agierenden Gruppen, deren größte Sorge es ist, was der Nachbar über sie denkt. Ob die Menschen 1953 oder 1989 sich den Kopf darüber zerbrochen haben, was denn wohl der Nachbar denken könnte?

Unzufriedenheit als Voraussetzung

Ein Volksaufstand braucht auch noch etwas anderes – ein unzufriedenes Volk welches sich anders keine Luft verschaffen kann. Schaut man sich bei Facebook, in den Komentarspalten usw um dann könnte man meinen der Aufstand steht kurz bevor. Schaut man sich jedoch einmal außer des Internets in der Realität um stellt man schnell fest, daß die große Masse ihren Frust beim Meckern im Internet abläßt und dann nichts macht. Einen Volksaufstand würde es wohl erst dann geben, wenn man nicht mehr im Internet seine Energie verpuffen lassen könnte.

Ohne Mut keinen Aufstand

Und das wichtigste für einen Volksaufstand ist der Mut der Menschen. Und genau daran fehlt es derzeit besonders. Die Menschen gingen 1953 und 1989 auf die Straße obwohl sie mit massiven Repressionen (Freiheitsstrafen, Todesstrafe usw) rechnen mußten. Die Deutschen heute? Einige wenige haben Mut – die große Masse der Deutschen versteckt sich feige hinter dem Monitor des PC und hält sich bereits für revolutionär, wenn man über Merkel etwas Dampf abläßt. Dies mag zwar vom eigenen Frust befreien, doch mutig ist etwas anderes. Und es braucht auch den Mut zu seiner eigenen Meinung und Fahne zu stehen – und nicht sich hinter fremden Fahnen und Transparenten zu verstecken.

Echten Druck zur Veränderung wird es erst geben, wenn sich das Volk nicht mehr spalten und fragmentieren läßt. Wenn die wichtigste Frage nicht ist, ob jemand „links“ oder „rechts“ ist – sondern ob er einfach unzufrieden ist und etwas ändern und bewegen will. Druck auf das System aufzubauen, bedeutet nicht nur in einer Stadt auf die Straße zu gehen – sondern in vielen Städten. Es bedeutet das System an die Grenzen seiner Kontrollfähigkeit zu bringen. Um dies zu erreichen braucht es nur eines – Menschen die Mut haben zu ihrer Meinung zu stehen. Und es braucht auch etwas anderes – die Bereitschaft dem Volk zu vertrauen. Denn ein Volksaufstand geschieht immer aus dem Volk heraus und niemals von oben.

Symbolbild – „Bürgerbündnis Havelland“

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